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Märchen aus Sicht eines Recruiters (Teil I) “Krabat” Active Sourcing – Festanstellung

Die Winter- und Weihnachtszeit rückt näher und es wird kälter. Das ist wieder die Zeit für Märchen…

Mit dem Thema «Führung und Management und Märchen» oder «Psychologie der Märchen» haben sich schon mehrere Personen, so z.B. auch Prof. Dr. Rolf Wunderer, Dieter Frey oder Christian Feuerbacher beschäftigt. Aber was haben Märchen mit Recruiting zu tun?

Bei näherer Betrachtung kann man in Märchen durchaus unterschiedlichste Recruitingansätze oder verschiedene Anstellungsformen entdecken – vom Active Sourcing bis hin zu Spontanbewerbungen, die in Festanstellungen, temporäre Verträge, Freelancer-Abkommen oder gar Selbstständigkeit münden.

Die folgenden Beiträge sollen keine wissenschaftliche Arbeit sein, sondern das Thema Märchen aus Sicht eines Recruiters und/ oder Personalvermittlers vorstellen und wie bei den Management-Lehren auch Wertvorstellungen fürs Recruiting ableiten. Wir werden Ihnen in 3 Teilen Märchen aus dem Bereich Active Sourcing, das in Festanstellung, temporäre Anstellung oder berufliche Neuorientierung mündet, vorstellen.

Ein schönes Beispiel für Active Sourcing, das zu Festanstellungen führt, ist das Märchen «Krabat».

Schauplatz des Geschehens ist die Gegend zwischen Hoyerswerda und Königswartha in Ostdeutschland. (Wir beziehen uns auf die Version des Jugendbuches «Krabat» von Otfried Preußler, das 1971 erschien.) In dieser Version wird Krabat, der Protagonist der Geschichte, in drei Träumen von der Stimme des Meisters zur Mühle gerufen und von schwarzen Raben dorthin begleitet. Dort sind bereits andere Lehrlinge tätig. Er wird vom Meister auf unbestimmte Zeit angestellt, zum Müller ausgebildet und gleichzeitig in die schwarzen Künste der Zauberei eingeführt, denn der Meister scheint nur ein ganz normaler Müller zu sein, in Wahrheit ist er aber ein böser Magier. Was Krabat noch nicht weiss, ist, dass immer einmal im Jahr ein Lehrling sterben muss, um den Meister jung zu halten. Dann beginnt das Active Sourcing von Neuem und eine klar definierte Nachfolgeregelung.

Die Lehrlinge – als Raben verwandelt – ziehen aus, um einen neuen Lehrling zu rekrutieren. Der in Geschlecht und Alter ungefähr zu dem bestehenden Team passt und entsprechend wieder auf (theoretisch) unbefristete Zeit angestellt wird. Es waren stets verarmte Jungen ohne Perspektive.

Dies geschah bereits über viele Jahre so und endete erst dann, als Krabat sich wehrte und die Liebe eines Mädchens (Kantorka), das ihn wahrhaftig liebte, den Bann, unter dem alle litten, brach.
Das Buch endet mit der Befreiung aus der Mühle.

Was können wir nun aus diesem Märchen an Informationen oder Learnings zum Thema «Festanstellung» im Active Sourcing herausziehen?

Aus unserer Sicht als Personalvermittler sollte man sich die Frage stellen, ob man das «Matching» immer gesamtheitlich betrachtet? Schliesslich will man nicht nur den Auftraggeber, sondern auch die Kandidaten zufriedenstellen, um keine Überraschungen zu erleben. Im Märchen wurden die «Kandidaten» jeweils negativ überrascht. Das sollte im professionellen Recruiting nicht passieren.

Bewerbern wiederum sollte klar sein, dass es nicht nur wichtig ist, ein vermeintlich gutes Stellenangebot händeringend anzunehmen, um schnell wieder in Lohn und Brot zu stehen oder weil der Arbeitgeber so attraktiv lockt (wie bei Krabat).
Es ist ebenso wichtig, den Arbeitgeber vorher so genau wie möglich kennenzulernen. Dafür gibt es heute genügend Möglichkeiten von Firmenwebseiten bis hin zu Firmenbewertungsforen wie Kununu oder Glasdoor. Aber es geht natürlich nicht nur darum, ob ein Arbeitgeber «gut» oder «schlecht» bewertet wird und ob er eine ansprechende Website hat, sondern auch um die Firmenkultur und ob entsprechend der «Cultural Fit» zwischen allen Beteiligten passt. Dies kann man nicht so einfach auf einer Website oder anderen Plattformen herausfinden, dafür gibt es UNS. Wir sehen es als unsere Pflicht als Personalvermittler an, die Kunden, an die wir vermitteln, genau unter die Lupe zu nehmen, um «Schwarze Schafe» (wie den Meister/ Müller) zu vermeiden. Zudem kennen wir unsere Kunden und deren gelebte Kultur sehr gut und daher werden unsere Kandidaten i.d.R. nicht (negativ) überrascht. Wir bieten die Kür im Recuitingprozess.

Lesen Sie in unserm nächsten Beitrag: Märchen aus Sicht eines Recruiters (Teil II) “Aschenputtel” Active Sourcing – temporäre Anstellung.