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Märchen aus Sicht eines Recruiters (Teil III) “Die Bremer Stadtmusikanten” Active Sourcing – Berufliche Neuorientierung

In unserem letzten Beitrag unserer Serie “Märchen aus Sicht eines Recruiters ” wollen wir uns noch anhand der «Bremer Stadtmusikanten» anschauen, wie Active Sourcing  zur beruflichen Neuorientierung/ Selbstständigkeit führen kann. (Wir beziehen uns ebenfalls auf die Version der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, Auflage 1980.)

Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen, aber der Esel merkte, dass kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen. Denn entgegen seinem Ruf war er sehr klug und ideenreich. Dort in Bremen, meinte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Als er ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen Jagdhund, dem ähnliches Leid widerfahren war und er rekrutierte ihn: «Weisst du was?» sprach der Esel, «ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, geh mit und lass dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute und du schlägst die Pauken.» Der Hund war’s zufrieden, und sie gingen weiter. Es dauerte nicht lange, so rekrutierten sie auch noch eine Katze und einen Hahn für ihre «Rentnerband – die Bremer Stadtmusikanten». Sie konnten zwar die Stadt Bremen nie erreichen, eroberten aber dafür ein Räuberhaus mit ihrem «Gesang», blieben dort für immer und lebten zufrieden und glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Was hat der Esel gut gemacht? Wieso hatten sie Erfolg, obwohl sie keine guten Sänger waren? Es sollte die Kompetenz eines Recruiters (in dem Fall des Esels) sein, neben dem aktuellen Match auch das Weiterentwicklungspotenzial in Kandidaten zu erkennen, damit es für beide Seiten eine wertvolle zielführende Geschäftsbeziehung wird. Und dies, im Idealfall, völlig unabhängig vom Alter. Nun konnte der Esel zwar das Ende nicht vorhersehen, hätte er jedoch nicht die Vision von einer eigenen «Band» gehabt und das Vertrauen, das jeder der Rekrutierten seine Stärken hat, so wären sie nie zu dem Räuberhaus gelangt und alle ihrem Schicksal erlegen. Er hat uns also gelehrt: Auch im fortgeschrittenen Alter hat man noch Chancen auf eine berufliche Zukunft, wenn man den Mut nicht verliert, Ideen entwickelt, umtriebig ist und die richtigen Leute findet, um beispielsweise ein eigenes Business aufzubauen.

Fazit:

Sind Märchen auf Recruitingthemen anwendbar? Auch wenn das Thema Recruiting eher aus der «Neuzeit» stammt und zu Zeiten der Märchen natürlich noch nicht aktuell war (von Personalvermittlern mal ganz zu schweigen), so lassen sich doch wertvolle «Recruitingweisheiten» aus Märchen ableiten. Was meinen Sie?